Fastnacht – Fasching – Karneval

Eingetragen: Do., 23.11.2017 - 17:21 // webmaster

Die sogenannte „fünfte“ Jahreszeit

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Man ist aktiv bei den Faschingsfesten dabei, steht als Zuschauer bei den Fasnetsumzügen oder sieht sich die Karnevalsumzüge im Fernsehen an. Aber woher kommen eigentlich die unterschiedlichen Begriffe und warum sieht bei uns Fasching anders aus als weiter im Norden? Ich habe mich ein bisschen schlau gemacht im Internet bei wikipedia und katholisch.de.

Fastnacht und Fasching stehen für den Wechsel vom kalten Winterhalbjahr in das warme, fruchtbare Sommerhalbjahr. Der Winter wird als Geist oder Kobold laut und überschwänglich vertrieben. Heute haben sich dazu regional verschiedene Bräuche etabliert. Man verkleidet sich selbst als Kobold, Hexe oder ähnliches, um dem Winter richtig Angst zu machen und ihn zum Verschwinden zu bewegen. Mit lauten Rasseln, Schellen, Schnarren, Rätschen oder dem Peitschenknallen wird dies noch verstärkt. Die Bezeichnung Fasching oder Fastnacht (bei uns hier Fasnet) ist regional abhängig. In Bayern, Hessen, Sachsen und Norddeutschland wird eher von Fasching gesprochen. Fasching und Fasnet verkörpern die schwäbisch-alemannische Fastnacht.

Der Begriff Fastnacht hat seinen Ursprung vermutlich in dem Wort fasta = Fastenzeit und naht = Vorabend, Nacht = Tag vor Beginn der Fastenzeit. Eine zweite Theorie leitet das Wort ab von „Fass“ = Fest, Faseln, fast Nacht.

Mit der Reformation trat die Fastenzeit und damit die Fastnacht sehr in den Hintergrund. Bei Hofe wurden anstatt dessen Maskenbälle veranstaltet, die wohl zum Karneval überleiteten. „Karneval“ kommt vermutlich von „carne levare“ = Fleisch wegnehmen. Beim Karnevalsmaskenball hatte früher der Narr eine ganz wichtige Rolle. Er durfte im Narrenkostüm den „Herrschaften“ die (politische) Meinung sagen. Bis heute zeigen Karnevalswägen in den verschiedenen Städten die ihrer Meinung nach politischen Missstände auf. Der Karneval war lange nur entlang des Rheins zu finden.

Die eigentliche Faschings- oder Karnevalszeit beginnt am 6. Januar und endet mit dem Aschermittwoch. Und wann ist das? Jedes Jahr zu einer anderen Zeit. Und das kommt daher, weil vor mehr als tausend Jahren Ostern auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt wurde. Von da rechnete man 40 Fastentage zurück. Später kam man darauf, die sechs innerhalb der Fastenzeit liegenden Sonntage vom Fasten auszunehmen. Diese sechs Tage musste man natürlich mitrechnen, so dass heute die Fastenzeit 46 Tage beträgt und an einem Mittwoch, dem Aschermittwoch, beginnt. Vielleicht haben Sie sich schon gewundert. Wir alle wissen, dass heute die Karnevals- und Fastnachtszeit am 11.11. beginnt und nicht im Januar. Die Freunde des Karnevals vor allem haben sich da eine andere Festzeit „einverleibt“. Am 11.11. ist eigentlich Sankt Martinstag. Von da an mussten früher alle Lebensmittel, die nicht fastentauglich waren, bis nach Jahreswechsel aufgegessen sein. Daher rührt bis heute noch der Brauch des Martinsgansessens. Die Zeit des guten Essens wurde später mit dem Faschings- oder Karnevalsbrauch zusammmengelegt. Aber bis heute halten sich die „Narren“ im Totengedenkmonat November und in der Adventszeit eher zurück mit dem närrischen Treiben.

Nach so viel Essen ab Sankt Martin und in der Advents- und Weihnachtszeit und anschließendem närrischen Treiben war und ist der Beginn der Fastenzeit ein großer Umbruch in unserem Alltag. Die Fastenzeit dient dazu, sich auf Ostern vorzubereiten. Vierzig Tage fasten erinnern uns jedes Jahr an Jesus‘ vierzigtägiges Fasten in der Wüste. Auch wenn es heute die meisten von uns nicht mehr so streng nehmen mit dem Fasten, so hat doch der Verzicht auf irgendetwas, was wir gern haben, in der Fastenzeit auch heute noch seine Wirkung. Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol, Autofahren, sicher haben Sie auch noch eigene Ideen. Versuchen wir’s doch mal! Vielleicht hilft es uns, wieder mehr zu uns selbst zu finden, mehr innere Ruhe zu erlangen und damit die Fastenzeit als Vorbereitung auf den Tod und die Auferstehung Jesu an Ostern zu begreifen.

Erika Schulze