ACK-Wandelkonzert in Ludwigsburg

Eingetragen: Do., 22.06.2017 - 11:41 // webmaster

Musikalischer Spaziergang zum Reformationsjubiläum

25. Mai 2017. Am Himmelfahrtstag lachte die Sonne. Wir hatten schönstes Frühsommerwetter - ideale äußere Bedingungen für das ACK-Wandelkonzert in Ludwigsburg. Wenn man berücksichtigt, dass viele evangelische Christen beim Kirchentag in Berlin waren, die Katholische Kirchengemeinde St. Johann eine Wallfahrt unternahm und die neuapostolische Jugend bei der Jugendfreizeit in Bezau weilte, war die Resonanz insgesamt sehr gut. Die Teilnehmerzahl wurde von Station zu Station größer. Bei der ersten Station waren es etwa 120 Teilnehmer, bei der letzten etwa 250. An allen vier Etappenzielen – Kirchen verschiedener Konfessionen – gab es musikalische Vorträge unterschiedlicher Musikstile sowie Textvorträge zum Thema „Martin Luther“. Am Ende jedes Konzertes trug der Projektchor jeweils ein Lied vor und alle Teilnehmer sangen miteinander das Mottolied ‚Verleih uns Frieden‘.

Start war in der neuapostolischen Kirche in der Osterholzallee. Pünktlich um 14:00 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende der ACK Ludwigsburg, Pastor Martin Brombach, das Wandelkonzert mit den Worten „Unser Weg soll alle Last vergessen machen. Es soll ein schöner Weg sein.“ Er dankte allen, die bei der Vorbereitung mitgeholfen haben. Danach begrüßte Hirte Manfred Hink die ca. 120 Gäste u.a. mit den Worten: „Wir wollen als Christen zusammenwirken“. Es folgte das Konzert des neuapostolischen Chores unter Leitung von Michael Heß. Uschi Wagner begleitete auf dem Klavier. In dem Textbeitrag von Ursel Strähle hörten wir „Gedanken zu Martin Luther“.

Der erste Spaziergang von der Osterholzallee in die Friedrichstraße führte in die Evangelisch-Methodistische Christuskirche. Im Foyer hielten Gemeindemitglieder Getränke und Snacks bereit. Der „Hausherr“, Pastor Martin Brombach, begrüßte die Gäste mit den Worten: „Singen ist eine Urform, Gott zu loben. Singen kann man in allen möglichen Lebenslagen“. In seinem Textbeitrag beleuchtete er die Beziehung Martin Luthers zur Musik. Danach gab das Posaunenorchester ein Konzert mit Liedern zum Mitsingen.

Von der Friedrichstraße aus wandelten wir zur evangelischen Kirche der Karlshöhe. Hier erwartete uns Dirigentin Kara Haass mit dem Chor Gospelpower. Die Sängerinnen und Sänger brannten ein mitreißendes Feuerwerk an Gospelryhtmen ab. Begeisternd war auch der Vortrag des Kindergospelchores. Margret Rittmann, Pfarrerin der Paul-Gerhardt-Kirche, brachte in ihrer Begrüßungsrede zum Ausdruck, dass das Wandelkonzert auch den Sinn hat, dass wir uns zeigen. „Wir zeigen, wer wir sind: Christinnen und Christen“. In ihrem Textbeitrag ging sie auf eine Seite Martin Luthers ein, die allgemein wenig bekannt ist. Bezugnehmend auf das Motto des Wandelkonzerts ‚Verleih uns Frieden‘ sagte sie sinngemäß: „Wie kann das werden mit dem Frieden? Ich selbst musste meinen Frieden mit Luther erst finden. Er hatte einen Hass auf Juden und verbreitete mehrere Hetzschriften gegen sie. Warum diese Gewaltbereitschaft? Luther glaubte, die Bibel würde von selbst zum Glauben führen. Das war ein großer Irrtum, den er eigentlich hätte erkennen müssen.“ Sie verwies darauf, dass es in der evangelischen Kirche keine Lehrmeinung gebe. „Es wird um die Erkenntnis gerungen“. Rittmanns Vortrag endete mit dem Satz: „Vertrauend die Heilshand Gottes annehmen - das ist Glaube!“

Nach einem weiteren Spaziergang erreichten wir die letzte Station. In der voll besetzten Schlosskirche begrüßte Pastoralreferentin Elisabeth Dörrer-Bernhard die inzwischen zahlenmäßig stark angewachsene Teilnehmerschar. In einem kurzen Abriss führte sie aus, dass die Schlosskirche in der Vergangenheit ein Gotteshaus der wechselnden Konfessionen war, je nach Konfessionszugehörigkeit des regierenden Herzogs. „Heute“ sagte sie „erleben wir versöhnte Verschiedenheit als betende Schar im Glauben. Alle heute anwesenden Konfessionen haben ihre eigenen Gebete und das ist auch gut so“. Der Textvortrag Dörrer-Bernhards beschäftigte sich überwiegend mit der Ehe Martin Luthers. Über seine Ehefrau, Katharina von Bora, sagte er: „Sie ist das Beste, was mir Gott schenkte“. Katharina von Bora hat zu ihrer Zeit das Frauenbild geprägt, insbesondere als Pfarrersfrau. Nach dem Vortrag der Pastoralreferentin führte zunächst der Kinderchor ein Musical über Martin Luther auf. Danach begeisterte der Jugendchor mit sehr schönen sakralen Liedvorträgen. Wie an den vorherigen Stationen, endete das Zusammensein mit einem Schlusssegen.

Bei allen Teilnehmern war die Freude über das Wandelkonzert, die Vorträge und das Miteinander sehr groß. Martin Brombach sagte mir später, er werde bei der nächsten ACK-Sitzung anregen, dass das Wandelkonzert künftig turnusmäßig alle zwei Jahre durchgeführt wird.

Dieter Ficht